Auszeichnungsbanner 2012

Weltkulturerbe der UNESCO

Altstadt von Bern (1983)

Altstadt von Bern

Quelle: http://www.unesco.ch


Das Gebiet der Schweizer Hauptstadt Bern war bereits in vorgeschichtlicher Zeit und später von Kelten, Römern und Germanen besiedelt. 1191 gründet Herzog Berchtold V. von Zähringen die Stadt Bern als Bollwerk seines Reiches gegen Westen. Die Zähringer entstammen einem schwäbischen Adelsgeschlecht, das seit dem 11. Jh. die Grafschaft Breisgau (heute Deutschland; Gebiet nördlich des Rheins an die Schweiz angrenzend) besass.

Bei einer Jagd soll Berchtold befohlen haben, die neue Siedlung nach dem ersten Tier zu benennen, das erlegt würde, so kam Bern zu seinem Bären. Noch heute erinnert der kreisrunde Bärengraben an das städtische Wappentier; hier werden seit dem 16. Jahrhundert die zottigen Gesellen sogar gezüchtet.

Die Zähringer waren grosse Städtebauer, neben Bern erbauten sie zahlreiche weitere Städte, die heute teilweise in der Schweiz (u.a. Freiburg im Uechtland, Thun, Solothurn und Rheinfelden) und teilweise in Deutschland liegen (u.a. Bräunlingen, Freiburg im Breisgau, Neuenburg und Villingen-Schwenningen).

Die Altstadt von Bern wurde auf der Aare-Halbinsel errichtet, welche natürlichen Schutz von drei Seiten bot, auf der vierten Seite wurden eine Mauer und ein Wehrturm (heute Zeitglocken) sowie vorgelagert ein Stadtgraben errichtet. Berchtold V. baute die Stadt nach einem klaren Plan: Beginn am niedrigsten Eck (Nydegg) und Bau in Richtung Westen.

Charakteristische Merkmale Berns und allen anderen Zähringerstädten sind die breiten Strassen für den Markt (kein zentraler Platz), die fortschrittliche Infrastruktur für Brauchwasser- (Stadtbach), Abwasser- (Ehgräben) und Trinkwasserversorgung (Quellfassung); die Strassen treffen rechtwinklig aufeinander, was die Parzellierung der Stadtanlage in genau gleich grosse Flächen (sog. Hofstätten von 100x60 Fuss) bedingt.

1218 stirbt das Geschlecht der Zähringer aus, Bern wird direkt dem Kaiser unterstellt und erhält verschiedene wichtige Privilegien (Selbstverwaltung, eigenes Gericht, eigener Markt). In der Folge immer mächtiger werdend, entwickelt sich Bern zum grössten Stadtstaat nördlich der Alpen (bis 1798). Die Stadt wird weiter ausgebaut, vorallem in Richtung Westen (Käfigturm, Christoffelturm) und gilt heute vom äusseren wie vom inneren Ortsbild her als eine der grossartigsten Zeugen mittelalterlichen Städtebaus in Europa.

1405 brannte der grösste Teil der Stadt mit ihren Holzhäusern ab, die Stadtoberen verordneten daraufhin den Wiederaufbau aus Stein, seitdem prägt das Graugrün des Sandsteins das Berner Stadtbild. Beim Wiederaufbau entdeckte man den Vorteil von Laubengängen und vergrösserte dementsprechend die Häuser. Die Gassen wurden schmaler, der Wohn- und Geschäftsraum nahm zu. Dieser Tradition der Laubengänge, die in den nachfolgenden Zeiten weiter gepflegt wurden, verdankt Bern heute seine rund 6 km Arkaden, die längste gedeckte Einkaufspromenade Europas.

Beim Wiederaufbau nach dem verheerenden Stadtbrand von 1405 wurde 1421 mit dem Bau des Berner Münsters begonnen, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts begann man nach dem Muster süddeutscher Städte das Stadtbild mit prächtigen Renaissancebrunnen aufzulockern.

1848 wurde Bern durch das erste schweizerische Gesamtparlament zur Bundesstadt der Schweiz gewählt, sichtbarster Ausdruck dieser Funktion ist das im Stil der florentinischen Renaissance erbaute Bundeshaus (1894-1902).

Bern wurde anlässlich der Sitzung des Welterbekomitees vom 5. bis 9. Dezember 1983 in Florenz (Italien) in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.


Hiermit bedanken wir uns für die freundliche Unterstützung der UNESCO Schweiz.
www.unesco.ch


Tagestipps

Technik-Museum Speyer

Dt. Histor. Museum

Historisches Museum Saar

Museum der Völkerkunde Hamburg

Deutsches Museum