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Weltkulturerbe der UNESCO

Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn (2001)

Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn

Quelle: http://www.unesco.ch


Die Region Jungfrau- Aletsch- Bietschhorn im Grenzgebiet der Kantone Bern und Wallis erstreckt sich vom Finsteraarhorn über Eiger, Mönch und Jungfrau, den Aletschgletscher, das Bietschhorn und Teile des Lötschen- und Baltschiedertals. Die Gesamtfläche beträgt 539 Quadratkilometer in 13 Walliser und zwei Berner Gemeinden.

Das Jungfrau-Aletschgebiet ist das erste Weltnaturerbe im ganzen Alpengebiet (aufgenommen an der Sitzung des Welterbe-Komitees am 13. Dezember 2001 in Helsinki) und umfasst eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt rund um den längsten Gletscherstrom der Alpen. Das Gebiet reicht vom Berner Oberland über die schnee- und eisbedeckten Gipfel der Berner Alpen über alle Klimastufen hinunter bis ins Rhonetal mit seiner mediterran anmutenden Felsensteppen-Landschaft. Es ist aber auch ein Zeugnis bedeutender Abschnitte der Erdgeschichte (alpine Gebirgsbildung und Eiszeiten) mit Spuren wichtiger geologischer und glaziologischer Prozesse wie Gebirgsfalten, Gesteinsvielfalt aus 500 Millionen Jahren Erdgeschichte, Gletschern und einzigartigen Gletschervorfeldern.

Aletsch - der längste Gletscher der Alpen

Der mit rund 24 km längste Gletscher der Alpen dominiert die Landschaft des Aletschgebietes. Rund um den Eisstrom hat sich eine vielfältige Flora und Fauna angesiedelt. Auf den scheinbar unwirtlichen Moränenflächen bereiten zahlreiche Pionierpflanzen, vom Alpenleinkraut bis zum Steinbrech, den Boden für die spätere Bewaldung vor.

Im Aletschwald können die Besucher den ältesten Bäumen der Schweiz begegnen, vor allem der Arve - sie stellt die wichtigste Baumart im Naturschutzgebiet dar - wächst nur sehr langsam, kann dafür aber ein Alter von 800 Jahren oder mehr erreichen.

Eiger, Mönch und Jungfrau - das Herz der Region

Das steil über dem Talgrund aufsteigende Gebirgsmassiv von Eiger, Mönch und Jungfrau fasziniert schon seit Jahrhunderten die Menschen und bereitete so auch dem alpinen Tourismus den Boden. Die Eiger- Nordwand gilt als eine der ganz grossen alpinistischen Herauforderungen.

Seit vor gut 90 Jahren durch Adolf Guyer-Zeller die Zahnradbahn auf das Jungfraujoch gebaut wurde, haben Millionen von Touristen die mit 3500 m ü. Meer höchstgelegene Bahnstation Europas besucht. Wahrzeichen des Jungfraujoches ist die Sphinx, das Observatorium, das vielfältigen Forschungsprojekten zwischen Himmel und Erde eine Heimat bietet. Unter ihrer gläsernen Kuppel liegt auch die höchstgelegene Wetterstation Europas.

Die Eiger-Mönch-Jungfrau-Region ist mit ihren zahlreichen Schneefeldern zugleich die Wiege des Grossen Aletschgletschers. Nachdem die Massen von Schnee zu Eis geworden sind, fliessen sie am Konkordiaplatz zusammen, um aus ihren Seitenmoränen die berühmten zwei Mittelstreifen auf dem Gletscher zu formen.

Die Täler rund um das Bietschhorn

Wie die Finger einer Hand laufen an der Südseite des Bietschhorns zahlreiche Täler wie das Bietschtal oder das Baltschiedertal von der alpinen Stufe hinab bis in das mediterran geprägte Rhonetal, während im Norden das Lötschental die Grenze des Bietschhorn-Massives bildet. An den sonnigen, aber sehr trockenen Talhängen war Landwirtschaft über viele Jahrhunderte nur möglich, indem gewagte Wasserleitungen aus Holz durch steile Hänge gebaut wurden, um die Wiesen zu bewässern.

Viele Flächen sind aber seit jeher viel zu steil und zu trocken für die Nutzung. Hier hat sich die an seltenen Tier- und Pflanzenarten überaus reiche Walliser Felsensteppe gehalten. Viele ihrer Arten wie zum Beispiel das Federgras sind nach der letzten Eiszeit aus asiatischen Steppengebieten eingewandert.

Einen Hauch von Exotik verleiht auch das häufige Vorkommen der Smaragdeidechse den heissen Steppenrasen. Nur wenige Kilometer weiter prägt wie vor 20.000 Jahren das Eis der Gletscher die Landschaft. Die Nähe solch gegensätzlicher Landschaften macht die Region um das Bietschhorn so einmalig.


Hiermit bedanken wir uns für die freundliche Unterstützung der UNESCO Schweiz.
www.unesco.ch


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