Auszeichnungsbanner 2012

Weltkulturerbe der UNESCO

Die Residenz in Würzburg (1982)

Die Residenz in Würzburg

Copyright: Congress Tourismus Würzburg


Die ehemals fürstbischöfliche Residenz in Würzburg, seit 1803 im Besitz des bayerischen Staates und seit 1982 UNESCO-Weltkulturgut, ist in ihrer eindrucksvollen Geschlossenheit der schönste Schlossbau des süddeutschen Barock. Imponierend ist die großzügige Anlage, deren Fronten mit hellgelbem Sandstein verblendet sind, die Folge prächtig ausgestatteter Paradezimmer an der Gartenfront, das mächtige Treppenhaus und der kostbare Kaisersaal, das Herzstück der Anlage. Entstanden ist dieser Regierungssitz eines geistlichen Kleinstaates aus der Mitarbeit der führenden Barockarchitekten Süddeutschlands auch als Denkmal des Hauses Schönborn, deren Mitglieder in der Barockzeit zahlreiche Bischofssitze besetzten. Den Grundstein legte 1720 Johann Philipp Franz von Schönborn, der den aus Eger stammenden Balthasar Neumann mit Planung und Ausführung betraute. Beeinflusst haben die Architektur der Oheim des Bauherrn, der Mainzer Kurfürst Lothar Franz von Schönborn und seine Architekten Maximilian von Welsch und Johann Dientzenhofer, aber auch der Bruder des Bauherrn, der Reichsvizekanzler Friedrich Carl v. Schönborn in Wien und sein Baumeister Lucas von Hildebrandt. Schließlich suchte Neumann noch die französischen Hofarchitekten Boffrand und de Cotte in Paris auf. Zur Innenausstattung, die mit Friedrich Carl von Schönborn 1729 begonnen wurde, setzte ein Künstlerzug aus Wien, Südtirol, Italien und den habsburgischen Niederlanden (Belgien) ein, der die Residenz zu einem europäischen Bauwerk gestaltete. Hervorragend unter den Räumen ist das rekonstruierte Spiegelkabinett und die in Marmor gehaltene Hofkirche, mit der die Residenz 1744 vollendet wurde. Acht Jahre später schuf der Venezianer G.B. Tiepolo die berühmten Fresken im Kaisersaal und das riesige Fresko über dem Treppenhaus, noch immer das größte Deckenfresko der Welt.

Das ehemals fürstbischöfliche Schloss liegt in einer heute lebendigen Universitäts- und Kongressstadt. Die Stadt Würzburg ist umgeben von Weinbergen und wird von ihrem Wahrzeichen, der Festung Marienberg, überragt, die bereits im Jahre 704 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten Würzburgs zählen u. a. der Dom St. Kilian und das benachbarte Neumünster, dessen Lusamgärtchen das Grabmal Walther von der Vogelweides beherbergt. Nicht zu vergessen die spätgotische Marienkapelle am Markt sowie das Mainfränkische Museum mit seiner bedeutenden Riemenschneider-Sammlung. Das vielfältige kulturelle Angebot Würzburgs reicht vom traditionsreichen Mozartfest über das Internationale Filmwochenende bis zum in Deutschland einmaligen Afrika-Festival.

Öffnungszeiten der Residenz: April-Oktober: täglich 9-18 Uhr, November-März: täglich 10-16 Uhr



Tagestipps

Kunsthalle Düsseldorf

Staatsgalerie Stuttgart

Staatl. Museum

Museumslandschaft Hessen Kassel

Technik-Museum Speyer