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Weltkulturerbe der UNESCO

Wittenberg und Eisleben: Luthergedenkstätten (1996)

Wittenberg und Eisleben: Luthergedenkstätten

Copyright: Wittenberg-Information Fotograf: Peter Kühn


Zur Stiftung „Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt“ gehören das Lutherhaus und das Melanchtonhaus in Wittenberg sowie das Geburts- und Sterbehaus Luthers in Eisleben.

Lutherhaus

Das Lutherhaus wurde um 1504 als Kloster errichtet.Es wurde nach der Hochzeit Luthers mit der entflohenen Nonne Katharina von Bora 1525 Heimat des großen Haushalts der Familie. Nach dem Tode der Luthers verkauften die Erben das Haus 1564 an die Wittenberger Universität. Verschiedenen Nutzungen folgte 1883 schließlich die Umgestaltung des Gebäudes zum Museum. Nach umfassender Sanierung wurde das Lutherhaus im Frühjahr 2003 mit einer neuen Dauerausstellung wieder eröffnet.

Melanchtonhaus

Das Melanchtonhaus in Wittenberg wurde 1536 für Philipp Melanchton (1497-1560) gebaut.

Herzstück ist die großzügig angelegte Studierstube. Später wechselte das Gebäude oft den Besitzer und wurde mehrfach umgebaut. 1954 richtete die Stadt in dem Gebäude ein Heimatmuseum ein, in dem einige Räume dem Andenken Melanchtons gewidmet waren. 1997 wurde das Gebäude größtenteils im Originalzustand wieder hergestellt und die Ausstellung erneuert. Mit moderner Informationstechnik werden Besucher mit den Originalschriften Melanchtons bekannt gemacht.

Stadtkirche „St. Marien“

Mitten in der Stadt gelegen ist die Stadtkirche „St. Marien“ das älteste Gebäude der Lutherstadt Wittenberg. Die erste urkundliche Erwähnung der Pfarrkirche „St. Marien“ geht auf das Jahr 1160 zurück. Um 1280 entstand der heutige Altarraum und sein dazugehöriges südliches Seitenschiff. Im 15. Jahrhundert erfolgten der Bau der spätgotischen, dreischiffigen Halle, die Erhöhung des Turmwerkes und der Anbau an der Nordseite des Altarraumes. Nachdem 1521 die sogenannten Bilderstürmer den Innenraum der Kirche zerstörten, kommt im März 1522 Martin Luther von der Wartburg zurück und hält seine berühmt gewordenen „Invokavit-Predigten“. Von diesem Zeitpunkt an ist die Stadtkirche ein Mittelpunkt der Wittenberger Reformation. Von 1523 bis zu seinem Tod 1558 war Johannes Bugenhagen Pfarrer und Superintendent an der Wittenberger Stadtkirche. Ein Jahr nach Luthers Tod, 1547, weiht Bugenhagen den Reformationsaltar von Lucas Cranach d. Ä. ein. Nachdem die Kirche während des napoleonischen Krieges durch die Feldzüge der Franzosen geplündert wurde und nur die Lutherkanzel erhalten blieb, wird der Innenraum 1811 im neugotischen Stil völlig erneuert. Während der Renovierung 1928 wird die neugotische Innenausstattung wieder entfernt. Der Cranach-Altar wird wieder in seine ürsprüngliche Form gebracht, im Altarraum finden die Epitaphe Cranachs ihren Platz.

Schlosskirche

Die Schlosskirche wurde zwischen 1496 und 1509 zusammen mit dem Residenzschloss des Kurfürsten Friedrich von Sachsen erbaut und diente der 1502 gegründeten Wittenberger Universität 300 Jahre lang als Gotteshaus und Aula. Außerdem wurde sie Grablege für einige Fürsten und etwa 75 Professoren. So begrub man 1546 Martin Luther, 1560 seinen fast ebenso berühmten Kollegen Philipp Melanchton in ihrem Boden. Die Hauptsehenswürdigkeit des äußerlich schlichten Kirchenbaues ist die „Thesentür“. Sie erinnert daran, dass der Wittenberger Mönch und Professor Martin Luther im Jahre 1517 seine 95 lateinischen Thesen gegen die Missbräuche im kirchlichen Buß- und Ablasswesen jener Zeit veröffentlichte.

1760 vernichtete ein Brand den größten Teil ihrer originalen Ausstattung. Der Wiederaufbau erfolgte in den sehr nüchternen Formen der Zeit der Aufklärung. 1885-1892 nahm man eine längst fällige Restaurierung der Schlosskirche vor. Leider orientierte man sich dabei weniger an den gut dokumentierten ursprünglichen Formen des Bauwerkes, sondern war vom Geschmack der Neugotik des ausgehenden 19. Jahrhunderts und dem Willen zu nationaler Repräsentation beherrscht. Das prägt einseitig den heutigen Kirchenraum. Doch zeugen die noch erhaltenen echten Renaissance - Denkmäler der Fürsten und einige Professorengrabmäler im Inneren von der Schönheit der ehemaligen Ausstattung. Für die Kirchenmusik in der Schlosskirche steht eine 1864 von Friedrich Ladegast erbaute und 1994 restaurierte und erweiterte bedeutende Orgel zur Verfügung.



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