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Weltkulturerbe der UNESCO

Die Klosterinsel Reichenau (2000)

Die Klosterinsel Reichenau

Copyright: Tourist-Information Reichenau


Die (frühere) Klosterinsel Reichenau im Bodensee hat die UNESCO in die Welterbeliste aufgenommen als Kulturlandschaft, die ein herausragendes Zeugnis von der religiösen und kulturellen Rolle eines großen Benediktinerklosters im Mittelalter ablegt. Die gut erhaltenen Kirchen der Insel bieten anschauliche Beispiele der klösterlichen Architektur vom 9. bis 11. Jahrhundert, die sorgfältig restaurierten Wandmalereien zeigen die Reichenau als "künstlerisches Zentrum mit großer Bedeutung für die europäische Kunstgeschichte des 10. und 11. Jahrhunderts”.

Die 4,5 km lange und 1,5 km breite Insel Reichenau ist die größte der drei Bodenseeinseln. Sie ist seit 1838 durch einen Damm mit dem Festland verbunden. Auf der Insel leben etwa 3.500 Einwohner.

Im Jahr 724 gründete der Wanderbischof Pirmin auf der Insel ein Benediktinerkloster. Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert entwickelte es sich als unmittelbares Reichskloster zu einem geistigen Zentrum des Abendlandes. Lehrer von Rang unterrichteten an der berühmten Klosterschule, aus der hervorragende Theologen, Politiker, Wissenschaftler, Dichter und Musiker hervorgingen. Berühmt waren ferner die Klosterbibliothek, die "Reichenauer Malerschule" (Buch- und Wandmalerei) und die Goldschmiedekunst. Nach den goldenen Jahren der karolingisch-ottonischen Epoche verlor das Kloster im ausgehenden Mittelalter zunehmend an Bedeutung und es begann der geistige und wirtschaftliche Niedergang. 1540 wurde das Kloster in ein Priorat umgewandelt und 1757 durch Papst Benedikt XIV. aufgehoben.

Zeugen der großen Vergangenheit karolingischer Größe und klösterlicher Kultur sind die drei romanischen Kirchen der Reichenau (ganzjährig tagsüber geöffnet): Das Münster St. Maria und Markus, die ehemalige Klosterkirche, eine dreischiffige Basilika mit den ältesten Bauteilen aus dem Jahr 816 und einer reichen Schatzkammer (Öffnungszeiten: Mai bis September 11-12 Uhr und 15-16 Uhr, sonntags geschlossen). St. Georg in Reichenau-Oberzell ist eine der am wenigsten veränderten romanischen Kirchenbauten (erbaut nach 888). Sie ist weltberühmt durch ihre ottonischen Wandbilder aus dem 10. Jahrhundert. St. Peter und Paul in Reichenau-Niederzell ist eine doppeltürmige romanische Kirche des 11. und 12. Jahrhunderts mit einem herrlichen Wandbild in der Ostapsis.

Die große Vergangenheit spiegelt sich auch immer noch in den drei Inselfeiertagen, dem

Markusfest (25. April), dem Heilig-Blut-Fest (Montag nach Dreifaltigkeitssonntag) und dem Fest Mariä Himmelfahrt (15. August). An diesen Feiertagen werden nach einem Hochamt im Münster die Reliquienschreine aus der Schatzkammer, begleitet von der historischen Bürgerwehr, in einer Prozession über die Insel getragen.

Wer noch mehr über die Reichenau und ihre Vergangenheit wissen will, sollte einmal das Museum Reichenau in einem der ältesten Fachwerkhäuser Süddeutschlands besuchen. Jährlich werden Sonderausstellungen gezeigt. Öffnungszeiten: März bis Oktober, Di-So 15-17 Uhr.



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