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Weltkulturerbe der UNESCO

Die Wartburg in Eisenach (1999)

Die Wartburg in Eisenach

Copyright: Wartburg-Stiftung Eisenach


Im Dezember 1999 wurde die Wartburg als erste deutsche Burg in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. In der Begründung des Erbekomitees heißt es: „Die Wartburg ist ein hervorragendes Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa. Sie fügt sich vorzüglich ein in ihre waldreiche Umgebung und ist in vieler Hinsicht „die ideale Burg“. Gleichwohl originale Bereiche aus der Epoche des Mittelalters bewahrt wurden, verdankt sie Silhouette und Äußeres im Wesentlichen der Wiederherstellung im 19. Jahrhundert, wodurch die Höhepunkte ihrer militärischen und lehensherrschaftlichen Macht in glänzender Weise demonstriert wurden.“

Schon die mittelalterliche Geschichte der Wartburg lässt sich mit bekannten historischen Persönlichkeiten belegen, den Thüringer Landgrafen und der heiligen Elisabeth. Welthistorisch bedeutsam wurde die Burg durch den Aufenthalt und das Wirken des Reformators Martin Luther, der gebannt und geächtet von Mai 1521 bis März 1522 hier Zuflucht gefunden und mit der Übertragung des Neuen Testaments aus der griechischen Urfassung ins Deutsche begonnen hatte. Treffend umschrieb Goethe, ein häufiger Wartburggast, 1819 die Bedeutung der lutherischen Bibelübersetzung: »Und so sind denn die Deutschen ein Volk erst durch Luthern geworden.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts besannen sich die Romantiker auf das Mittelalter und die Symbolhaftigkeit des Ortes. Die Burg und ihre Geschichte wurden Gegenstand vielfältiger literarischer und bildkünstlerischer Widerspiegelung und in der sich konstituierenden Nationalbewegung zugleich Metapher für einstige politische und kulturelle Größe der Deutschen. Besonders eindrucksvoll demonstrierte dies die erste bürgerliche Nationalkundgebung der Deutschen, das Wartburgfest der studentischen Burschenschaften im Oktober 1817. Im Volksbewusstsein längst zum nationalen Denkmal avanciert, folgte durch ihren Besitzer, das großherzogliche Haus Sachsen-Weimar-Eisenach, ab 1838 die architektonische Wiederherstellung und Stilisierung der Wartburg zum Nationaldenkmal. Einen schließlich „dramatischen“ Überzug erhielt die Burg mit Richard Wagners Oper Tannhäuser.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr die Feste eine ihrer bedeutendsten Bauphasen. Lange verschwundene Teile, wie der Bergfried, die Dirnitz und das Gadem, wurden auf den alten Fundamenten neu errichtet. Erhaltenes, wie der romanische Palas, der als höchst bedeutsames Bauwerk erkannt worden war, wurde aufwendig restauriert und ausgestattet.

Nach Abdankung der deutschen Monarchen war 1922 die Wartburg-Stiftung Eisenach mit öffentlich-rechtlichem Charakter gegründet worden, die auf ein mehr als 75-jähriges kontinuierliches Bestehen verweisen kann. Die Stiftung hat den Zweck und die Aufgabe, die Wartburg und ihre Kunstschätze in würdiger Form als bedeutsame Kulturstätte, Denkmal und Museum zu erhalten und der Allgemeinheit zugänglich zu machen.



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