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Weltkulturerbe der UNESCO

Bauhaus und Meisterhäuser in Dessau-Weimar (1996)

Bauhaus und Meisterhäuser in Dessau-Weimar

Copyright: Stadtarchiv Dessau Fotograf: Sebastian Kabs


Das Bauhaus und die Meisterhäuser in Dessau wurden 1996 in die Liste der Welterbestätten der UNESCO aufgenommen.

Das Bauhaus, 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet, war Deutschlands berühmteste Kunst- und Designeinrichtung der Klassischen Moderne. Die zwischen 1919 und 1933 am Bauhaus entstandenen Arbeiten haben weltweit das Verständnis von Architektur und Design beeinflusst.

1925/26 wurde in Dessau das Bauhausgebäude nach Entwürfen von Walter Gropius errichtet, nachdem die Schule ihren Gründungssitz Weimar aus politischen Gründen verlassen hatte. Das raumgreifende Ensemble aus Glas, Stahl und Beton, in das jedes Element ohne aufgesetzte Effekte integriert ist, entspricht der Idee seines Begründers: Die Form gehorcht der Funktion.

Ateliertrakt, Werkstätten, Berufsschule und Bühne verkörpern mit ihrer einzigartigen schöpferischen Atmosphäre sinnfällig den Bauhausgedanken.

Heute ist das Gebäude Sitz der Stiftung Bauhaus Dessau und mehr als eine Schule oder ein Museum. Es ist ein Ort der Gestaltung, Forschung und Lehre, der Angehörigen gestalterischer Disziplinen Raum bietet, sich mit den heute bedeutsamen Themen der Stadtentwicklung zu beschäftigen. Seit 1999 gibt es mit dem Bauhauskolleg ein interdisziplinäres Postgraduate­Programm für Gestalter aus der ganzen Welt. Im Bauhaus werden Führungen und Exkursionen zu den anderen Bauhausbauten in Dessau angeboten, Ausstellungen können besichtigt werden, und die Bauhausbühne wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Nur 5 Minuten Fußweg entfernt entstand gleichzeitig mit dem Bauhausgebäude die kleine Siedlung der Meisterhäuser, mit drei Doppelhäusern für die Bauhausmeister und einem Einzelhaus für den Direktor. Das Haus Gropius und die ihm nächstgelegene Doppelhaushälfte wurden im Krieg zerstört.

Der zweite Teil dieses Hauses, die ehemalige Wohnung Lyonel Feiningers, wurde 1994 denkmalgerecht saniert. Das Gebäude wird heute von der Kurt-Weill-Gesellschaft genutzt. Auch die Wohnhäuser der Bauhausmeister Kandinsky, Klee, Muche und Schlemmer wurden in den letzten Jahren saniert und sind zu besichtigen. Hier finden regelmäßig Dauer- und Sonderausstellungen statt.

Für die Meisterhäuser ist neben der intensiven Farbgestaltung vor allem die Einheit von Funktion und Form bemerkenswert. Ein sehenswertes Beispiel sind die großzügigen Atelier- und Treppenhausfenster.

Wer einmal in Dessau ist, sollte auch die Siedlung Törten, das Ausflugslokal Kornhaus, das ehemalige Arbeitsamt und die anderen Bauten der Bauhausarchitekten in Dessau gesehen haben.



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